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06:49

Ein supergutes Team

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Von Mareice Kaiser

Es ist morgens um viertel vor fünf, in den angrenzenden Häusern sind alle Fenster schwarz. Wenn der Wecker von Ines Little klingelt, ist es noch dunkel. Der Stadtteil Köln-Kalk schläft noch, während Ines um kurz vor fünf den Kaffee neben den Computer auf ihren Schreibtisch stellt und diesen einschaltet. Dann beginnt Ines’ Arbeitstag im Wohnzimmer, das in die Wohnküche übergeht.

„Von hier aus habe ich alles im Blick“, sagt die 41-Jährige. Mit „alles“ meint sie ihre vier Kinder. Sophia, Sonia, Sarah und Felix werden von ihrer Mutter zwischendurch geweckt. Die Zeit, die sie dafür braucht, kann Ines später wieder aufholen oder an ihre Arbeitszeit dranhängen. „Das ist kein Problem, solange ich die Abgabetermine einhalte“, erklärt sie. Ihre Arbeitszeiten kann sie als Redakteurin für ein großes Medienunternehmen einigermaßen flexibel gestalten. Fünf Stunden pro Tag schreibt sie englischsprachige Texte, überarbeitet Artikel und bereitet sie für die Kund*innen des Unternehmens auf. Nachdem Felix, ihr jüngstes Kind, zur Welt gekommen war, machte Ines eine Ausbildung als Übersetzerin und begann diesen Job – allerdings anfangs noch (zu anderen Konditionen) im Büro. Diese zwei Jahre beschreibt sie heute als „heillose Katastrophe“.

Um vier Uhr aufstehen, der Fahrtweg zum Büro und – nach der Trennung vom Vater der Kinder – keine Kinderbetreuung nach dem Aufstehen. „Erst hat er sich noch morgens um die Kinder gekümmert“, erzählt Ines, „aber nachdem er mir ein blaues Auge verpasst
hat, habe ich einen Schlussstrich gezogen“. Sie belegte einen Frauen Selbstverteidigungskurs und beantragte eine Kinderbetreuung für die Morgenstunden. „In der Theorie ist das möglich, in der Praxis aber nicht“, ist ihre Erfahrung.

Von den zertifizierten Betreuer*innen gab es in der Stadt Köln zu wenige – und Arbeitszeiten von fünf bis acht Uhr sind nicht gerade beliebt. Auch das „Wohnen für Hilfe“-Programm hat die Familie Little in Anspruch genommen. …

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