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08:29

„Der Klassismus in feministischen Gruppen ist heute größer als in den 1980er-Jahren.“

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Von Brigitte Theißl

Du hast in deiner Arbeit nach konkreten Strategien feministischer Aktivistinnen gesucht, Klassenunterschieden bzw. Klassismus in den eigenen Reihen entgegenzuarbeiten. Gab es Interventionen, die dich besonders beeindruckt haben?
Julia Roßhardt: Da fällt mir sofort das Umverteilungskonto einer Berliner Prolllesben- Gruppe ein. Und zwar haben sie ein Konto gegründet, in das anonym eingezahlt und von dem auch anonym abgehoben werden konnte. Die Idee dahinter war, Geld innerhalb der lesbischen Community in Berlin umzuverteilen. Das Konto existierte zwei Jahre lang – und es funktionierte.

Wie du in deinem Buch nacherzählst, fiel es Aktivistinnen aus der Mittelschicht allerdings leichter, Geld anzunehmen. Öhnliche Berichte gibt es von „Pay as you wish“- Veranstaltungen, wo jede*r nach eigenem ermessen einen Beitrag leisten soll. Wie ist das zu erklären?
Menschen, die in relativem Wohlstand aufgewachsen sind, können Geld leichter annehmen, weil es für sie eine gewisse Selbstverständlichkeit ist – so erklären das verschiedene Autorinnen. Menschen, für die Geld hingegen aufgrund fehlender Ressourcen stets Thema war und die auch immer selbst dafür arbeiten mussten, fällt es schwieriger, einfach zu sagen: Ja klar, dieses Geld nehme ich, oder ich zahle weniger Eintritt, weil mir das zusteht! …

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