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January 29 2012

22:36

Cellulite-Wahn

Susanne Klinger kotzt sich über die Cellulite-Lüge aus:

Wissenschaftler lachen sich über die von Anti-Cellulite-Tees und -Tabletten versprochene „Entschlackung“ kaputt. Was die Käuferinnen nicht interessiert.

14:14

Feministische Sprache

„Was würden Sie sagen? Sind das Zuschauer? Oder Zuschauer und Zuschauerinnen? Oder gar Zuschauerinnen?“ Weiter bei Die.Standard. Auch zu empfehlen: „Das Deutsche als Männersprache“ von Luise Pusch.

14:09

PIRATEN und Gender

„Wollen die Piraten nicht an den ein­samen Ufern militanter Männerrechtler stranden, werden sie ihr Schifflein irgendwann in den Gender-Mainstream steuern müssen.“ Lesenswerter Beitrag beim FREITAG.

January 28 2012

08:50

Kündigung der Räume des FMZ – Eure Netzwerke sind jetzt gefragt!

Achtung, Achtung, eure Mithilfe ist jetzt gefragt. Es war nur eine Frage der Zeit bis sich im schicken Hamburg-Ottensen die Gentrifizierung gegen das Frauenmusikzentrum (fm:z) richtet: der Vermieter will nun akut deren Räumlichkeiten verkaufen und kündigt dem fm:z! Nachdem die Räume mit viel (öffentlichem) Geld und Nervenaufwand umgebaut worden sind, eine Katastophe für den Verein. ...
08:50

Missy präsentiert: Jolly Goods Tour 2012

Vom Odenwald nach Berlin: Tanja Pippi und Angy legen mit „Walrus“ ihr zweites Riot-Grrrl-Noiserock-Album vor – und erteilen damit der Gefälligkeit nach wie vor eine wütende Absage. Jetzt könnt ihr euch live davon überzeugen. Die feministisch engagierte Medienkonsumentin ist heutzutage allerhand Kummer gewohnt. Nur verhalten wagt sie auf ernsthafte Riot-Grrrl-Attitüde zu hoffen, wenn irgendwo eine ...

January 26 2012

THIS.
Reposted fromlotterleben lotterleben
00:40

Missy verlost Konzertkarten – La Moustache presents Verity Susman

La Moustache, die DIY-Konzertreihe mit Fokus auf feministischen und queeren Künstlerinnen, präsentiert einen experimentellen Abend mit Verity Susman und Marzipan Marzipan. Die Sängerin Verity Susman, die auch Keyboard, Saxofon und Klarinette spielt, tritt mit ihrem neuen Solo-Projekt zum ersten Mal in Berlin auf. Das Gründungsmitglied der britischen Indie-Rock-Band Electrelane, die nur aus Frauen besteht, hat ...

January 23 2012

22:23

Eine Essstörung will früh gelernt sein…

Als gendersensibilisierter Mensch bin ich mir schon lange darüber bewusst, in einer sexistischen Gesellschaft zu leben, die bereits im Kindesalter beginnt, Rollenklischees in unsere Körper und Köpfe einzuschreiben. Als ich aber von der Neuerscheinung eines Buches mit dem Titel: „Maggie goes on a diet“ gelesen habe, blieb selbst mir die Sprache weg. Das Buch predigt, was sämtliche Massenmedien später fortführen werden: du musst nur ein paar Kilo abnehmen, und schon wird dein Leben erfüllter werden. Das schockierende daran: das Buch richtet sich an 6-12-Jährige.

Darauf haben wir nicht gewartet, aber geschrieben wurde es trotzdem: Der hawaiianische Autor Paul Kramer serviert uns ein bunt bebildertes Diät-Kinderbuch, das sich an Mädchen richtet. In „Maggie Goes on a Diet“ (Maggie macht eine Diät) erzählt er die Geschichte einer übergewichtigen 14-Jährigen, die in den Illustrationen eher wie ein Kleinkind aussieht. Und diese Maggie hat klarerweise Probleme mit ihrem Körper: Keine/r mag sie, weil sie dick ist. Von MitschülerInnen wird sie grausam verspottet, und nächtens tröstet sie sich mit Essanfällen am offenen Kühlschrank darüber hinweg.
Das 44-Seiten-Büchlein hat auch gleich einen Rat parat, wie sie sich selbst aus ihrer misslichen Lage befreien kann: Nimm ab, meine Kleine, denn Schlanksein heilt alle seelischen Wunden. Also lässt Kramer Maggie fleißig abnehmen, und siehe da: Sobald 25 Kilo unten sind, klappt es auch mit dem schulischen wie sportlichen Erfolg, dem rosa Kleidchen, das sich eine dicke Maggie nie anziehen hätte können, und mit den Jungs.

..schreibt dieStandard und die Süddeutsche geht sogar noch ein bisschen mehr ins Detail:

Die pummelige Maggie erreicht alles, was sie sich wünscht, nachdem sie ihren „großen Hintern“ losgeworden ist: Sie avanciert zum Fußballstar, findet endlich Freunde, ist nicht mehr „ängstlich und deprimiert“, schreibt endlich gute Noten und auch bei den Jungs, die sie täglich hänselten, wird sie immer beliebter.

Die Botschaft dieses Buches ist verheerend; es suggeriert, dass der einzige Weg zu einem gesunden Selbstbewusstsein und einem erfüllten Leben, ein schlanker Körper sei. Wie verinnerlicht diese Ansicht auch schon vor dem verhängnisvollen „Maggie goes on a diet“ war, beschreibt dieStandard:

40 Prozent der Mädchen in Westeuropa zwischen 11 und 19 fühlen sich „zu dick“ – und sind dabei unter- bis normalgewichtig. Zwischen 14 und 17 Jahren haben über die Hälfte der Jugendlichen in Wien bereits mindestens ein Mal eine Diät hinter sich, weil sie ich als übergewichtig sehen.

Wozu also noch „Maggie goes on a diet“? Hollywoodfilme, sexistische Werbeplakate und die zweifelhaften Tipps in sogenannten „Frauenzeitschriften“ tun doch eh schon seit Jahren ihr Übriges. Der Autor begründet seine Intention, das Buch zu schreiben und zu veröffentlichen, folgendermaßen:

„Viele störten sich an dem Wort Diät, mein Ziel war es aber nie, Sechsjährige zu einer Diät zu ermutigen. Ich wollte sie nur ermahnen, gesünder zu essen“, sagt er. Tatsächlich isst Maggie „nach wie vor eine Menge“, wie es im Buch heißt, nur anders: Durch gesunde Lebensmittel wie Joghurt, Früchte und Gemüse und nahezu tägliche Fitness verliert sie in zehn Monaten 25 Kilo.

Interessant ist dieser Ansatz vorallem vor dem Hintergrund, dass 6-12-Jährige ja schon so wahnsinnig viel Einfluss darauf haben, was bei ihnen Zuhause auf den Tisch kommt. Die Ernährungsgewohnheiten werden entscheidend vom sozialen Umfeld (in den meisten Fällen der Familie) geprägt und in einer Familie, in der frische Nahrungsmittel nicht zum gewohnten Speiseplan gehören, wird ein Kind diese Umstellung wohl kaum durchsetzen können. Wäre es Kramer also wirklich um die Gesundheit der Kinder gegangen, hätte er viel eher bei den Eltern ansetzen müssen.

Ein weiterer Punkt macht mich aber ebenso stutzig – gibt es nicht auch übergewichtige Jungs*? Leidet deren Gesundheit etwa weniger darunter, wenn ihr Körpergewicht jenseits der gesellschaftlichen Norm liegt?

Um sich auszumalen, welche Effekte das Buch tatsächlich haben könnte, bedarf es leider nicht besonders viel Vorstellungskraft. Gerade in einer so sensiblen Lebensphase, in der viele Kinder und spätere Jugendliche sich in der eigenen Haut sowieso nicht wirklich wohlfühlen, und in der vorallem junge Mädchen* erstmal lernen müssen, mit dem sich nun verändernden Körper Frieden zu schließen, ist ein vermeintliches Patentrezept wie Kramer es liefert extrem gefährlich. Die Pro-Ana-Bewegung, die Hungern zum Lifestyle und einen mageren Körper zum Lebensziel macht, hat bezeichnenderweise Anhänger*innen in einer ganz ähnlichen Altersklasse…

Reposted byRagamuffinzweisatzviirusNorkNork
My sister, take your rights
from those who keep you weak,
from those who through a thousand ploys
keep you seated in a house.

Your angry complaining
must become shouting, screaming.
You must break this heavy chain
to liberate your life.

Rise, uproot oppression,
revive the heart drenched in blood.
Struggle, struggle to transform laws
for the sake of your own freedom.

Forugh Farrokzhed (1935-1967) in “Women and the Family in the Middle East”
Reposted fromhanhaiwen hanhaiwen
4519_ea7a
Reposted fromradiofreemoscow radiofreemoscow

January 22 2012

09:30

schöner, wütender artikel über die sexistischen konzepte ‚friendzone‘ und ‚niceguy‘: friendzone my ass!

Reposted bymalschauen2Ragamuffin

January 21 2012

January 20 2012

Die Frau als Prestigeobjekt und Beweis der Heterosexualität

Interview | Maria Sterkl, 20. Jänner 2012 07:19
http://mobil.derstandard.at/1326503206707

Der WKR-Ball sei für die Burschenschafter ein wichtiges Signal, um ihre Männlichkeit zu betonen, meint der Rechtsextremismus-Experte Yves Müller

Artikelbild

Der alljährliche Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) sei für die Burschenschafter eine wichtige Institution, um "Frauen als Prestigeobjekt vor sich herzutragen" und zu "beweisen, dass man heterosexuell ist", sagt Rechtsextremismusforscher Yves Müller. Der Mitarbeiter des Vereins für demokratische Kultur hat sich auf Männlichkeitsbilder in der extremen Rechten spezialisiert. Die vermeintliche "Bedrohung durch den Feminismus" habe in den rechtsextremen Ideologien in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen, sagt er im Gespräch mit derStandard.at.

***

derStandard.at: Beim WKR-Ball in der Hofburg sind die sonst strammen Männerbünde einmal nicht unter sich, sondern begehen die Ballnacht mit weiblicher Begleitung. Wie wichtig ist so ein "gemischter" Event für schlagende Verbindungen? 

Yves Müller: Gerade bei Burschenschaften haben Frauen ja eine Rolle als Anhängsel, sie können nie Teil dieser Gemeinschaft werden. Die Frau wird als Prestigeobjekt vor sich hergetragen, damit man als Mann beweisen kann, dass man nicht nur stark ist und viel Alkohol verträgt, sondern auch heterosexuell ist. Das muss natürlich immer bewiesen werden, gerade in einem Männerbund wie den Burschenschaften - in einer Gemeinschaft, wo nur Männer unter sich sind. Da besteht ja aus rechter Sicht immer die Gefahr, dass das in irgendeiner Form "schiefgeht". Das war schon im Nationalsozialismus so, dass dieser "Vorwurf" der Homosexualität erhoben wurde, sobald reine Männervereine unterwegs waren. 

derStandard.at: Überspitzt gesagt: Einmal im Jahr ziehen die Männerbünde in die Hofburg, um der Welt zu sagen: "Wir sind nicht schwul"?

Müller: Ja, überspitzt könnte man das so sagen. Dazu kommt, dass bei der Hitlerjugend die homoerotische Komponente zum Teil stark ausgeprägt war - und genau das muss ein rechter Mann sehr stark von sich weisen. Deswegen sind Frauen in allen Männerbünden nie gänzlich verschwunden, sondern sind immer da - als passive Zuschauerinnen, als Spiegelbild der Heterosexualität.

derStandard.at: Was ist das für ein Männlichkeitsbild, das rechte Männer miteinander teilen?

Müller: Eines, das auf einer sehr starken Aufteilung zwischen Mann und Frau basiert. Es stellt den Mann als stark dar, als denjenigen, der für Familie und Volksgemeinschaft zu sorgen hat, der aber auch ständig bedroht wird - beispielsweise vom Feminismus. Diese Bedrohungsszenarien werden benötigt, um das eigene Männlichkeitsgefühl zu stärken. Es wird also eine Bedrohung konstruiert, um dann zu sagen: Bei uns wird das Bild des starken, soldatischen Mannes noch gelebt. 

derStandard.at: Wenn der rechte Mann angeblich so stark ist, warum fühlt er sich vom Feminismus bedroht?

Müller: Genau da zeigen sich die Widersprüche dieses Männlichkeitsbilds. Einerseits pflegen sie ein sehr altes, traditionelles Bild und tun so, als sei dieses Bild unerschütterlich - und gleichzeitig muss auch dieses Bild immer neu verhandelt werden. In Deutschland musste sich dieses Bild ja auch wegen der Niederlage des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs stark verändern.

derStandard.at: Wie wirkte sich die Niederlage im Zweiten Weltkrieg auf das Männlichkeitsbild der deutschen Rechten aus?

Müller: Durch die Niederlage wurde das Bild des soldatischen Mannes brüchig. Genau dieses Bild ist aber das tragende Bild im Rechtsextremismus, auch heute noch. 

derStandard.at: Auf Bildern vom WKR-Ball sieht man neben jungen Männern zahlreiche bierselige, behäbige Herren mit schütterem Haar - wie geht das mit dem soldatischen Ideal zusammen?

Müller: Das sind dann wohl die Alten Herren, aber die waren ja auch mal jung und haben eine Zeit lang dieses Bild gelebt. Aber natürlich gibt es auch Widersprüche - einerseits gibt es das Bild des disziplinierten Mannes, und andererseits gehen die Treffen der Burschenschafter mit massivem Alkoholkonsum einher. Trotzdem gibt es gleichzeitig so etwas wie die männliche Askese im Rechtsextremismus. Es gibt zum Beispiel Neonazis, die sich vegan ernähren und keinen Alkohol zu sich nehmen. Gemeinsam ist allen, dass sich Neonazis ihre Männlichkeit sehr stark über den Körper konstruieren: Man muss den eigenen Körper stark halten - den individuellen Körper, aber auch den männlichen Körper als Kollektiv, als Teil des ganzen Volkskörpers. 

derStandard.at: Der Kampf gegen Gender Mainstreaming nimmt mittlerweile viel Raum in rechtsextremen Ideologien ein, auch Anders Breiviks Manifest widmete dem Thema viel Platz. Warum ist das so?

Müller: Alte, traditionelle Männlichkeitsbilder sind brüchig geworden, und der vermutlich größte Bruch war die Zweite Frauenbewegung. Die männliche Autorität wurde zunehmend in Frage gestellt. Dadurch fühlen sich Männer aus rechten Zirkeln besonders genötigt, ihr eigenes Männerbild immer wieder neu zu reproduzieren. Das funktioniert am besten über Feindbilder: wenn man Feindbilder wie Feminismus oder Political Correctness schafft, wenn man so tut, als gebe es da Tabus in der Gesellschaft, gegen die man nicht vorgehen dürfe. Über diese konstruierten Bedrohungen lässt sich das eigene Männerbild gut stärken.

derStandard.at: Auch im Mainstream hört man immer öfter die Behauptung, dass Buben zu kurz kämen, dass es eine "Gleichmacherei" gebe, die nur den Mädchen nütze und den Buben schade. 

Müller: Es gab in den letzten 15 Jahren eine Art Rückschlag in den Errungenschaften der Frauenbewegung. Die Feministinnen hatten gewisse Themen aufs Tableau gesetzt, die nun wieder verdrängt werden - und es gibt in breiten Kreisen der Gesellschaft das Denken, dass es "jetzt auch einmal genug" sei, dass man sich um Buben kümmern müsse, da diese die schlechteren Schulnoten einfahren würden. Was dabei übersehen wird, ist, dass Mädchen zwar öfter höhere Schulen abschließen als Buben - aber Frauen sind im Berufsleben trotzdem stark benachteiligt, sie verdienen viel weniger und haben schlechtere Aufstiegschancen. 

derStandard.at: Vertragen rechtsextreme Männer weibliche Führungsfiguren?

Müller: Da hat sich in den letzten 20 Jahren wohl etwas getan - das ganz starre Bild der Frau als Heimchen am Herd war auch bei den Rechtsextremen nicht mehr zu rechtfertigen. Aber es sind ja nur sehr vereinzelt Frauen, die es schaffen, und wir sehen bei Alessandra Mussolini oder Marine Le Pen, dass sie den Nachnamen eines mächtigen Mannes tragen müssen, um etwas zu werden. Und wenn sie keinen bekannten Namen haben, dann ist es schon auch ein Kampf gegen Männer. In der NPD ziehen Frauen, die sich allzu sehr gegen die Ausgrenzung durch männliche Kollegen wehren, schnell den Kürzeren. Die Hauptaufgabe der Frauen in der Volksgemenischaft liegt darin, für Nachwuchs zu sorgen, den Erhalt der Gemeinschaft zu sichern. 

derStandard.at: Im neofaschistischen Portal "Altermedia" wird das sogenannte "Weichei-Syndrom" bei Männern skizziert, das angeblich "durch die übertrieben pazifistische Weltanschauung der Bildungseinrichtungen stark begünstigt wird. Alles wird heute psychologisiert, problematisiert und 'verstanden', anstatt Verantwortungsbewusstsein, Maßhalten in allen Dingen, aber auch Verteidigungsbereitschaft und Selbsterziehung zu demonstrieren." Warum wollen Rechtsextreme nicht verstanden werden?

Müller: Rechtsextreme Erziehung lebt davon, dass Jungen und Mädchen in vorgefertigte Rollen gezwungen werden. In rechtsextremen Familien geht es weniger darum, die Kinder so gut wie möglich zu erziehen, sondern darum, diese Kinder als Teil der Volksgemeinschaft aufzubauen. Das kann man auch gut beobachten, wenn diese Töchter und Söhne in den Kindergarten oder in die Schule kommen - die Erzieherinnen sind da total hilf- und ratlos, weil man an diese Kinder selbst im Kleinkindalter gar nicht mehr herankommt, weil sie dermaßen indoktriniert sind. In Ostdeutschland gibt es da ganze Bauernhöfe, auf denen diese homogenen Gemeinschaften zusammenleben - unter fünf Kindern geht's da meist nicht.

derStandard.at: Nicht nur der Mann darf nicht "verweichlicht" werden, sondern auch die Gesellschaft - etwa durch "zu viel" Staat und Sozialpolitik.

Müller: Ja, die Sozialpolitik ist den Rechtspopulisten ein Dorn im Auge, weil durch sie ja die sogenannten "nutzlosen Esser" gefördert werden. Darum gibt es bei rechten Parteien auch immer wieder Vorschläge, Arbeitslose in eine Art Zwangsarbeitssystem zu schicken. Da zeigt sich auch ein Unterschied zwischen Neonazis und NPD auf der einen Seite und dem Rechtspopulismus auf der anderen Seite: Während Neonazis auch die Unterschicht ansprechen, zielt der Rechtspopulismus auf den breiten Mittelstand ab. Das sind ja keine Modernisierungsverlierer, sondern das sind relativ gut abgesicherte BürgerInnen, die Angst vor einer sozialen Deklassierung haben. Und diese Angst war in der Geschichte schon immer das zentrale Motiv, warum rechtspopulistische Parteien gewählt wurden. Es heißt: "Wir wollen nicht mehr für die Armen bezahlen." Und wie man an der Griechenland-Debatte gesehen hat, gilt das nicht nur im Land, sondern auch in der internationalen Politik. (Maria Sterkl, derStandard.at, 19.1.2012)

Yves Müller

ist freier Mitarbeiter des Vereins für demokratische Kultur in Berlin. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Nationalsozialismus und Männlichkeit, neuere deutsche Geschichte sowie Rechtsextremismus. Er ist Mitherausgeber des Bands "Was ein rechter Mann ist ... Männlichkeiten im Rechtsextremismus", der 2010 im Karl Dietz Verlag Berlin erschienen ist.

Reposted fromshlomo shlomo

January 19 2012

HOW TO HELP A FRIEND THROUGH AN ABORTION

jezebel has a nice article on how to support a friend in the process of deciding on or getting an abortion. here, i will summarize the main points and once in a while add a few things that i find important.

don’t assume!

if your friend has an unintended pregnancy, don’t assume that she’s going to keep it and/or that she’s (automatically) un/happy and/or that she’s already talked to her partner. just ask how she feels about it.

be helpful

if she chooses to terminate her pregnancy, help her with finding an abortion clinic and counseling (if needed). also, it’d be nice to offer your help as, for instance, a driver to the clinic, assistance for the doctor’s appointments, etc. you can collect potential helpful sources like websites, books & other friends who have had similar experiences. you can also think of getting her favorite foods in case she feels crappy after the abortion.

listen & talk

is she wants to talk about it, let her talk. if she doesn’t, find other topics. if she feels crappy, be supportive but don’t minimize her experience. if she’s ok, be happy with her but remain attentive. talk about your own experiences but don’t take up too much space. important: don’t act as if her situation was extraordinary or something like a secret – lots of women have abortions.

20:23

Am besten in die Geschlossene? „Kinderkrankheit“ Transsexualität.

Mittelfinger für Geschlechterrollenzwang:
(Achtung. Dieser Text enthält Sarkasmus. )
Die Reaktion auf einem unverständliches veranlasst immer noch sehr viele Menschen dazu, diese Irritation verwirrt und verunsichert bei Seite schieben, in die „Anormalen“-Ecke. Ist nicht normal, versteh ich nicht, also muß es der andere sein, der verrückt ist. Sonst läuft man womöglich Gefahr, sich mit seiner bisherigen Auffassung Männlein/Weiblein kritisch auseinandersetzen zu müssen.
Bei Erwachsenen kommt immerhin eine Scheintoleranz vermehrt zum Einsatz, „Leben und Leben lassen“, „Die können machen, was sie wollen. Tut doch keinem weh“; aber wenn diese fiese Realität nicht immer mal wieder einen daran erinnern müßte, daß es selbstverständlich auch im Kinderalltag Auseinandersetzungen mit Geschlecht und Gender gibt. Und da ist so macheR dann plötzlich gar nicht mehr so tolerant; sollen die Erwachsenen doch diesen Zirkus veranstalten, aber die unschuldigen lieben Kleinen sollen doch lieber behütet ins „passende“ eng-flauschige Sex/Gender-Schublädchen gebettet bleiben, anstatt – um Himmels willen! – mit diesem so unangenehmen Teil des Lebens auch noch vor der Pubertät in Berührung zu kommen. Kinder müssen vor solchen Abnormitäten geschützt werden, damit sie nicht etwa in ihrer fragilen Selbstfindungsphase verwirrt würden, gerade bei so Intimem wie Sexualität und Geschlecht – so ähnlich hat die FSK auch argumentiert, wollte die jüngeren ZuschauerInnen vor dem Trauma retten, in ihrer Unschuld mit der „verzerrten Realität“ der Homosexualität Jugendlicher in Kontakt zu kommen. Etwas flapsiger ausgedrückt könnte man auch einfach ehrlich sagen: „Die Kinder sollen das nicht sehen, sonst machen sie’s noch nach. Und meine Kinder sollen keine Homos werden“. Es brauchte erst massive Proteste, bis der Film dann doch noch heruntergestuft wurde.
Etwas weniger Rücksicht auf die Gefühle von (manchen) Kindern nimmt das Jugendamt.

Alex ist transsexuell. Ein Mädchen mit den Geschlechtsmerkmalen eines Jungen. Und deshalb droht dem Kind jetzt die geschlossene Psychiatrie. Das Jugendamt möchte es einweisen.

Bei Erwachsenen verlangt die Mainstream-Political Correctness, daß Transsexualität nicht mehr als Krankheit gesehen wird, auch wenn’s in den Köpfen, zumal im Unterbewußtsein, anders aussehen mag.
Handelt es sich dabei jedoch um ein Kind, wird auf diese Transsexualität reagiert, als handle es sich um eine Krankheit:
Diagnostiziert wird über die Abweichung vom Ist- zum Soll-Zustand. Keine geradlinige, „gesunde“ Entwicklung, die gemäß der Form seiner Genitalien abläuft. Kein „gesunder“ Normalzustand. Paßt nicht in irgendwelche Entwicklungstabellen und weicht vom vorgegebenen Pfad ab, muß somit korrigiert werden.
Also erstmal isolieren von der „normalen/gesunden“ Gesellschaft. Sonst stecken sich die anderen Kinder womöglich noch an. Nicht, daß noch mehr Kiddies durch eine Begegnung mit einem freilaufenden transsexuellen Kind „belastet“ wird.
Schließlich wird der/die PatientIn in ärztliche Obhut gegeben. Ist ja klar, wer krank wird, muß zum Onkel Doktor, weiß man schon als Kind, und damit man wieder gesund wird, wird eine Therapie verordnet, wie bei Alex aus dem taz-Artikel:

Sondern die Pubertät erleben, in der Hoffnung, dass es danach doch als Mann leben wolle. Dazu solle es therapiert werden: Angebote für eine „männliche“ Rollenentwicklung würden gemacht. Fußball und Autos. Die „weiblichen“ Wünsche ignoriert. Später soll Alex in eine Pflegefamilie.
(…)Aber das Jugendamt will die Einweisung jetzt. Per einstweilige Verfügung. Jeden Tag können sie nun vor der Tür stehen. Und ein fröhliches, aufgeschlossenes Mädchen ohne ein einziges Gutachten in die Psychiatrie bringen.

Klasse Plan. Fußball statt Barbies. Klingt wirklich hochprofessionell. Und erinnert an diverse GMX-News und Konsorten.
Und so ein Kind kann man doch auch nicht so mirnix-dirnix mit den anderen Kindern spielen lassen! Zumindest nicht unbeaufsichtigt. Ja, so eine Klinik ist da schon das Beste. Nicht, daß sonst womöglich noch die eigenen Süßen so derartig verwirrend-belastendes verarbeiten müssen, man müßte mit Junior drüber reden, wie es sowas geben kann, „ein Junge, der ein Mädchen sein will. Oder so.“
Und dann stellen Kinder ja auch noch gleich so viele Fragen und nerven einen damit so lange, bis man klein beigibt – keine Chance, diesem unangenehm verwirrenden Thema („Wenn’s mich schon irritiert, macht’s meinem Nachwuchs doch bestimmt auch Angst!“) aus dem Weg zu gehen, es in der verstaubten hinteren Ecke des Gehirns zu lassen, wo man es einst unangenehm berührt weggepackt hat.
Und dann heißt’s aufpassen, was man sagt! Nicht nur gilt es, den Kleinen die „Problematik“ verständlich darzulegen oder ihre Neugier zumindest soweit zufrieden zu stellen, daß man seine Alltagsscheuklappen wieder aufsetzen kann. Nein, es gilt auch zu bedenken, was das einen umgebende Umfeld hier nun als „richtig“ empfindet. Sonst wird man womöglich noch am Elternabend darauf angesprochen, das Kind habe in der Schule erzählt, Transsexuelle seien irgendwie geistig behindert, obwohl man so was ja gar nicht meinte. Oder die Leute denken, es sei das eigene Kind, das derartige Störungen aufweist!

Eigentlich schon verflixt anstrengend, die gesellschaftlichen Geschlechts- und Gendernormen aufrechtzuerhalten, wo (scheiß Wissenschaft! Scheiß Genderforschung!) das Fundament einem doch immer öfter mal durch die Finger bröselt, wenn man mal Hand anlegt.
Eigentlich schon verflixt unfair, den folgenden Generationen diese absolut unnötige Bürde auch noch aufzuladen. Es ist doch auch irgendwo ein Armutszeichen, wenn man die eigenen Komplexe und Unsicherheiten an derart geliebte Menschen weitergibt, aber so ist man immerhin nicht allein mit seinen Problemen, eine geteilte Weltsicht soll eine verständnisvolle und nähere Bindung bewirken.
Kinder werden in Geschlechter- und Sexualitätsbelangen immer sehr gern als allzeit-valides Totschlagargument gebraucht („Aber denkt doch an die Kinder!“), denn daß die Jugend unschuldig ist an den herrschenden Verhältnissen, ist Konsens. Und daß sie „das Beste“ verdient haben, auch. Und da trifft man auch so manche eigentlich aufgeklärte Person, die sich dann fragt, ob diese Gesellschaft, von der sie aus Erfahrung weiß, daß sie sich oft geierartig auf alles stürzt, was von der Norm (oder auch schon zu sehr vom Ideal) abweicht, ein Kind, das solche Einschätzungen noch gar nicht treffen kann oder will, auf ein „abnormes“ Kind nicht derart negativ reagiert, daß es sich verstoßen fühlt. Man weiß das ja, hat das Theater ja mitgespielt, auf beiden Seiten. Man will auf keinen Fall das Kind eventuellen Scheußlichkeiten aussetzen.
Doch wenn man für die kommenden Generationen eine schönere, gerechtere Welt wünscht, weshalb wird dann nicht schon einfach mal damit angefangen, den Kindern diese Gerechtere Welt vorzuleben, inwieweit möglich?
Doch perplexerweise wird nun oft versucht, das Kind zu schonen, indem man die Reaktion der Gesellschaft vorwegnimmt, es selbst in das Regelwerk einzuweisen und ihm schon mal den Vorgeschmack auf das geben, was es bei Abtrünnigkeit zu erwarten hat, nämlich Ablehnung, Häme und Herabsetzung. Es ist fast wie beim Impfen – das Gift in kleinen Dosen am Anfang, bevor die Gemeinschaft dem Kind volle Breitseite von dem Zeug verabreicht, wenn wer vom vorgegebenen Trampelpfad allzu weit abweicht.
Denn man hat ja gelernt: zu weit abseits der vorgegebenen Rollenmuster gibt’s womöglich ein Problem.
Von allein haben die Kinder das Problem nicht. Erst, sobald sie von Erwachsenen erklärt kriegen, daß es eins ist. Und ihnen nach und nach beigebracht wird, wie sie sich gemäß ihrer Sozialisation zu verhalten und zu empfinden haben. Die Erwachsenen sind es, die den Kindern erklären, es gibt genau zwei Geschlechter, und daß man an Schniedelchen und Mumu erkennt, wozu man gehört. Und was das für gesellschaftliche Konsequenzen hat.
Die Erwachsenen entscheiden auch im Falle von Intersexualität über Geschlecht und Gender. Sie müssen dem Kind erstmal erklären, warum es da ein Problem gibt, warum man sich entscheiden muß, und zwar so wie vorgesehen.
…Und wie wär’s, wenn wir das einfach mal sein ließen? Längst ist das Kinderschutz-Argument entkräftet; erst kürzlich wurde wieder eine der zahlreichen Langzeitstudien veröffentlicht (find’s grad nicht mehr – selber groß, selber googeln!) und stellt wieder einmal klar: wird die nähere Umwelt mit einem Kind konfrontiert, das eben nicht traditionell Bub oder Mädchen ist, kann die Sorge, die Unsicherheit, die Abweisung auch überwunden werden. Die Leuten stellen nach und nach fest, daß ein Kind ein Kind ist (und keine Bedrohung) und lernen, damit umzugehen, die Situation normalisiert sich, das Kind muß nicht mehr unter Diskriminierung leiden als andere Kinder auch. War auch bisher bei „Alex“ aus dem Artikel so:

Nach dem Kindergarten habe Alexander das Geschlecht offiziell gewechselt und sei als Alexandra in die Grundschule gegangen. Sie wurde so akzeptiert, beteuern Mutter und Kind. Alex sei ein normales, fröhliches Mädchen.

Wo liegt dann eigentlich das Problem? Vielleicht bei den Erwachsenen, die ihrem Kind erklären, daß es selbst Schuld hat, wenn es verspottet und abgelehnt wird, weil es sich nicht genderkonform verhält. Nicht dieser dumme Spott, diese ignorante Zurückweisung, wird dem Kind beigebracht, ist hier das falsche, zu kritisierende Verhalten. Sondern als Junge einen Rock anzuziehen. Transportiert wird, trotz all dem guten Willen: „Wenn Du Dich nicht deinem Geschlecht gemäß verhältst, tun die anderen nur Recht daran, Dich zu demütigen. Du hast was falsch gemacht, nicht etwa diejenigen, die Dich demütigen. Die verhalten sich normal. Was Du tust, ist es nicht, daher ist es gerechtfertigt, wenn man Dich irgendwie verletzt.“
Bei Alex wurden die Eltern sehr genau unter die Lupe genommen, da der Vater vermutet, die Mutter würde Alex in ihrer Entscheidung nicht nur unterstützen, sondern hätte ihr sozusagen die Weiblichkeit „eingeredet“; würde man das verwirrt-kränkelnde Kind vom Infektionsherd, sprich der gendertoleraten Mutter, trennen, würde aus seinem Nachwuchs wieder ein gesunder, männlicher Sohnemann.
Mit Alex hat aber keiner gesprochen. Dabei geht es ja um ihn. Um zu erfahren, wie es um seine Wünsche wirklich bestellt ist, reicht es nicht, sich die – sowieso schon extrem voneinander abweichenden – Schilderungen seiner Eltern anzuhören. Es wird über sie geredet, aber nicht mit ihr. Kein Gutachter hört sich an, was sie zu sagen hat.
Ironischerweise werden stattdessen die Eltern untersucht. Aber nicht, um diese besser unterstützen zu können, wie sie wiederum ihrem Kind die beste Unterstützung zukommen lassen können. Sondern, um sich nicht mit der „Personifizierung dieses Problemfeldes“ auseinandersetzen zu müssen, man könnte sich einem Menschen in Fleisch und Blut, einfach nur einem Kind, gegenüber wiederfinden. Es soll keinen Berührungspunkt geben.
Es ist wahr, ein Kind in Alex’ Alter kann die Entscheidung nicht ganz alleine fällen; diese Verantwortung kann ein Kind nicht tragen. Aber die Ärzte, das Jugendamt, die Familie,… können diese Entscheidung eben auch nicht alleine treffen, nicht ohne Alex.
Und wenn wir schon nicht wollen, daß die nächsten Generationen immer und immer wieder unsere alten Komplexe, Unsicherheiten und Ängste wiederkäuen müssen, damit sie mit ihrer Zeit und ihrem Potential mehr und sinnvolleres anstellen können als das mühsame Kitten des baufälligen Geschlechtermodells – dann darf man sie aber auch nicht davon abhalten, ihren eigenen Zugang zu Ihrem Geschlecht, Gender, Whatever zu finden.
Und den Erwachsenen wäre auch gut geraten, ihre Zeit mit etwas besserem zu nutzen.
Sich beispielsweise mal zur Abwechslung ne halbe Stunde lang freuen, was man für großartige Kinder hat, die mit Individualität, Unvoreingenommenheit und Forscherdrang über alte Einschränkungen hinauswachsen, die neue Pläne entwerfen, anstatt der Versuchung zu erliegen, ein selbstverleugnender Jasager, todlangweiliger Berufserwachsener oder von Selbsthass zerfressener Heuchler zu werden, also die Wege einzuschlagen, welche die stereotypisierte Gesellschaft ihm so bequem, weil bereits anerkannt und einschätzbar, in den Hintern schieben möchte. Und man könnte sich vielleicht mal fragen, wie viel eigentlich alle von diesen geistig verwirrten „Abweichlern“ lernen könnten.

Reposted byRagamuffin Ragamuffin

"Sie arbeiten gegen Männer"

TAZ, 19. Januar 2012, http://taz.de/Forscher-ueber-Maennerrechtler/!85892/

Forscher über Männerrechtler

Antifeministen versuchen, Geschlechterpolitik mit Hassparolen zu torpedieren. Ihre Polemiken finden sich auch im Mainstream. Ein Gespräch über Gender-Freiheit.Interview: Heide Oestreich

Weltbild der Männerrechtler: Frauen haben Spaß während Männer schuften.  Bild:  thetank / photocase.com

taz: Herr Rosenbrock, die antifeministischen Männerrechtler sind ein paar Querulanten, die einen Hass auf Frauen haben. Warum interessieren Sie sich dafür?

Hinrich Rosenbrock: Organisiert sind tatsächlich nur ein paar hundert, zum Beispiel bei "agens" oder "Manndat". Aber ihre Argumentationen wirken in weniger extreme Strömungen hinein. Mit ihren Hassparolen erschweren sie sachliche Debatten über Geschlechterfragen. Teilweise tauchen ihre Botschaften auch in der Mainstreampresse auf, im Spiegel oder in der FAZ.

Wie sieht der Antifeminismus dieser Gruppen aus?

Sie sehen den Feminismus als ein in sich geschlossenes Ideologiemodell, das auf Männerhass beruht. Die vielen Strömungen innerhalb des Feminismus, dessen Zusammenarbeit mit Männern und auch die Ansätze einer emanzipatorischen Männerpolitik sehen sie nicht. Zudem gehen diese Leute davon aus, dass der Feminismus allmächtig sei. Gerichte, Politik, Medien: alles sei vom Feminismus unterwandert.

Wie kommt man angesichts der zahlenmäßigen Machtverhältnisse auf diese Idee?

Zum einen sind da oft persönliche Schlüsselerlebnisse, etwa im Zuge einer Scheidung, bei denen der Mann das Gefühl bekommen hat, am kürzeren Hebel zu sitzen. Zum anderen können viele dieser Männer nicht unterscheiden: Frauen treten öffentlich in Erscheinung, was in manchen Bereichen eine Neuerung ist. Aber das heißt nicht zugleich, dass Frauen dort dominieren, geschweige denn lediglich Interessen von Frauen vertreten.

Eigentlich müsste den Männerrechtlern Gender Mainstreaming gefallen, weil es auch Benachteiligungen von Männern benennt. Was ist da los?

In der Praxis hat Gender Mainstreaming oft Frauenpolitik zur Folge, weil Frauen nun mal öfter benachteiligt sind. Da fühlen sich die Männerrechtler dann übervorteilt. Sie sehen Gender Mainstreaming auch als Versuch, angeblich natürliche Geschlechterrollen abzuschaffen. Das Wort Umerziehungsprogramm fällt dann. Dabei meint Gender eigentlich die Freiheit der Wahl, also gerade die Möglichkeit, sein Leben frei von geschlechtlichen Zwangsnormen zu entwickeln. Wer nur die traditionelle Männerrolle propagiert, arbeitet auch gegen die Mehrheit der Männer, die mehr Freiheit durchaus zu schätzen wissen.

Sie sagen, es gäbe Überschneidungen mit Rechtsextremen. Könnten die Männerrechtler nach rechts abdriften?

Es gibt einzelne personelle Überschneidungen. Leute, die in beiden Gruppierungen auftauchen. Männerrechtler geben Interviews in der Jungen Freiheit oder verlinken auf rechte Seiten wie "Free Gender". Die hat dieselbe Adresse wie ein NPD-Kreisverband Thüringen. Man könnte also von Bündnispolitik sprechen.

Bedient Frauenministerin Kristina Schröder die Männerrechtler, wenn sie den Feminismus kritisiert und Jungenpolitik hervorhebt?

Grundsätzlich nicht. Die Perspektive auf die Jungen ist eine sinnvolle Erweiterung der Politik. Aber es gab ein Interview im Spiegel, da fühlten sich die Männerrechtler gestärkt: Auf einer Maskulinisten-Webseite hieß es: "This is what a Masculist looks like" - mit einem Bild von Schröder. Sie hatte mehr Diktate über Fußball statt über Ponys gefordert. Als könnten Diktate nur Stereotype verhandeln. Was ist mit Frauenfußball?

Sie selbst werden nun bei den Männerrechtlern in die Kategorie "lila Pudel" für profeministische Männer fallen. Zudem könnte es Klageversuche geben. Sind Sie gewappnet?

Lila Pudel heiße ich jetzt schon. Für alles andere habe ich eine Rechtsschutzversicherung.

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Warum ist meine Mudder eine Witzfigur, mein Vadder aber nicht?
Lobot
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10:10

Missy präsentiert: La dèrniere Crise mit Vanessa Stern in den Sophiensaelen

Heulen kann jede, aber nur eine hat die Butter auf dem Brot, um ein „Krisenzentrum für weibliche Komik“ zu gründen. Seit 2010 betreibt die Künstlerin Vanessa Stern diesen Ort, von dem aus sie Beratungen, Weiterbildungen und Theaterabende organisiert. Heute ist sie mit ihrer Reihe „La Dernière Crise – Frauen am ...
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